Hintergrund
Maria L. hat 22 Jahre als examinierte Altenpflegerin gearbeitet — die letzten 11 davon in einem privaten Pflegeheim einer großen Trägerkette. Vor zwei Jahren ist sie ausgestiegen.
„Anfangs war es ein Beruf, in den man mit Stolz gegangen ist. Heute ist es ein Job, den man so schnell wie möglich hinter sich bringen will. Das Personal wird immer dünner, die Vorgaben immer härter, und die Renditeerwartungen der Konzerne stehen immer im Vordergrund.“
Die Lohnentwicklung in der Pflege hat sich in den letzten Jahren verbessert — die Tariftreue-Regelung 2022 hat geholfen. Aber Geld ist nicht das Hauptproblem, sagt Maria L.: „Es ist die Belastung. Die ständigen Einspring-Dienste. Das Gefühl, niemals fertig zu werden, niemals genug Zeit zu haben.“
Heute arbeitet sie in einem Pflege-Bildungsinstitut. „Da habe ich endlich wieder das Gefühl, etwas zu bewegen — ohne dabei selbst kaputt zu gehen.“
Was würden Sie sich politisch wünschen?
„Verbindliche Personalbemessung — ohne Wenn und Aber. Solange die Träger machen können, was sie wollen, ändert sich nichts. Und ich wünsche mir, dass die Politik aufhört, mit kleinen Reformen zu kommen, wenn es eigentlich um eine grundlegende Strukturreform geht.“