Hintergrund
Josef G. ist 81 Jahre alt, lebt seit zwei Jahren in einem Pflegeheim in Mitteldeutschland. Vorher hat er seine inzwischen verstorbene Frau zu Hause gepflegt.
„Meine Frau hatte Pflegegrad 5. Wir haben beide Renten zusammengelegt, alle Ersparnisse aufgebraucht. Als ich dann selbst pflegebedürftig wurde, war nichts mehr da. Jetzt zahlt das Sozialamt — Hilfe zur Pflege heißt das. Klingt nett, ist aber demütigend.“
Josef G. zahlt aktuell rund 2.800 Euro Eigenanteil monatlich. Seine Rente liegt bei 1.450 Euro. Die Lücke übernimmt das Sozialamt — nach Vermögensoffenlegung, mit jährlicher Prüfung.
„Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass die Gesellschaft die Schwachen auffängt. Das Gegenteil ist der Fall: Wer pflegebedürftig wird, wird arm. Wer arm wird, wird kontrolliert. Das hat mit Würde nicht mehr viel zu tun.“
Was würden Sie sich von der Politik wünschen?
„Dass die Eigenanteile gedeckelt werden. Es kann doch nicht sein, dass wer im Heim landet, alles aufgibt — Haus, Erspartes, Würde. Das System bestraft Menschen dafür, dass sie alt geworden sind. Das muss aufhören.“