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Angehörige

Svetlana B. · Enkelin und pflegende Angehörige

Wir als Angehörige werden emotional und finanziell vollkommen allein gelassen.

Hintergrund

Svetlana B. pflegt seit drei Jahren ihre Großmutter zu Hause. Pflegegrad 4. Die Großmutter wollte nicht ins Heim. Die Familie hat entschieden: dann pflegen wir selbst.

„Ich war nicht vorbereitet auf das, was kommt. Niemand erklärt einem, was Pflege wirklich heißt — nicht die Krankenkasse, nicht der Arzt. Man lernt es, indem man es macht. Und es ist deutlich härter, als man denkt.“

Ihre Großmutter hat Pflegegeld in Höhe von 765 Euro monatlich (Pflegegrad 4). „Das deckt vielleicht die Inkontinenz-Materialien und ein paar Hilfsmittel. Mehr nicht. Den Rest tragen wir selbst.“

Svetlana B. hat ihren Job auf 60 % reduziert, ihre Schwester pflegt am Wochenende. „Ohne meine Schwester wäre das nicht möglich. Was machen Familien, die das nicht haben? Was machen Alleinstehende?“

Was würden Sie anderen Angehörigen raten?

„Frühzeitig zum Pflegestützpunkt gehen. Die Beratung ist kostenfrei und neutral, und sie können vieles erklären, was die Krankenkasse nicht erklärt. Und: Verhinderungspflege beantragen, auch wenn man denkt, man brauche sie nicht — denn dann ist sie da, wenn man sie wirklich braucht.“

65 %

Pflegende Angehörige, die täglich pflegen

53 %

Berichten von körperlicher Belastung

1,7 Mio.

Pflegebedürftige, die ausschließlich von Angehörigen versorgt werden

Weitere Stimmen

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